Ob Geschirr in Spülmaschine, Mikrowelle oder Backofen darf, entscheidet nicht das Material allein, sondern die Kombination aus Scherben, Glasur und Dekor. Metallhaltige Dekore gehören nie in die Mikrowelle. Unglasierte Stellen und Holz nie in die Spülmaschine. In den Backofen darf nur, was der Hersteller ausdrücklich dafür ausweist. Maßgeblich ist immer die Angabe auf dem Boden oder in der Produktbeschreibung.
Spülmaschine
Für dichte, glasierte Keramik ist die Spülmaschine unproblematisch. Kritisch sind vier Fälle:
- Gold- und Platindekore. Aufglasurdekore aus Edelmetall werden von der Kombination aus Hitze, Alkalität und Reiniger angegriffen. Sie verblassen und werden mit der Zeit stumpf.
- Aufglasurdekore allgemein. Bunte Dekore, die sich mit dem Fingernagel als leichte Erhebung ertasten lassen, sitzen auf der Glasur statt darunter. Sie halten weniger lange als Inglasur- oder Unterglasurdekore.
- Unglasierte Stellen. Ein abgeplatzter Rand bei Steingut nimmt im Spülgang Wasser auf. Solche Teile besser von Hand spülen oder aussortieren.
- Holz und Bambus. Quellen auf, reißen und verlieren die Oberfläche. Immer von Hand mit wenig Wasser reinigen.
Zwei Punkte gelten unabhängig vom Material: Teller nicht aneinander scheuern lassen, das erzeugt Schleifspuren im Rand. Und die Maschine erst öffnen, wenn das Geschirr nicht mehr heiß ist — ein heißer Teller in kalter Raumluft ist ein Temperaturwechsel wie jeder andere.
Mikrowelle
Die Regel ist kurz: kein Metall. Goldrand, Platinlinie, metallischer Lüster — alles davon erzeugt Funken und beschädigt Geschirr und Gerät. Das gilt auch für sehr feine Ränder, die man kaum sieht.
Bei porösen Scherben kommt ein zweiter Punkt dazu. Hat Steingut über eine schadhafte Stelle Feuchtigkeit gezogen, verdampft diese im Inneren und kann den Scherben sprengen. Ein Teller, der sich in der Mikrowelle stärker erhitzt als das Essen darauf, ist ein Warnsignal — dieses Stück gehört nicht mehr hinein.
Dichtes Steinzeug und Porzellan ohne Metalldekor sind in aller Regel unproblematisch, sofern der Hersteller nichts anderes angibt.
Backofen
Der Backofen ist der härteste Fall, weil hier der Temperaturwechsel dazukommt. Keramik verträgt hohe Temperaturen gut, aber schnelle Sprünge schlecht.
- Kaltes Geschirr nie in den vorgeheizten Ofen. Mit dem Ofen aufheizen lassen.
- Heißes Geschirr nicht auf eine kalte oder feuchte Fläche stellen. Ein Holzbrett oder ein Topflappen darunter.
- Keine Flüssigkeit in heißes Geschirr nachgießen.
- Grillfunktion und Oberhitze meiden, wenn der Hersteller sie nicht ausdrücklich erlaubt.
Geschirr, das nur als spülmaschinen- und mikrowellengeeignet ausgewiesen ist, ist damit nicht automatisch backofengeeignet. Diese drei Angaben sind unabhängig voneinander.
Übersicht nach Material
| Material | Spülmaschine | Mikrowelle | Backofen |
|---|---|---|---|
| Porzellan, ohne Metalldekor | in der Regel ja | in der Regel ja | nur wenn ausgewiesen |
| Steinzeug, glasiert | in der Regel ja | in der Regel ja | nur wenn ausgewiesen |
| Steingut, glasiert und unbeschädigt | in der Regel ja | meist ja | eher nein |
| Mit Gold- oder Platindekor | Handwäsche | nein | nein |
| Holz und Bambus | nein | nein | nein |
| Glas, hitzebeständig | ja | ja | wenn ausgewiesen |
Die Spalte ist bewusst mit „in der Regel" formuliert. Für ein konkretes Stück gilt immer die Herstellerangabe, nicht die Materialklasse.
Woran du es erkennst
Die meisten Hersteller prägen oder drucken Symbole auf den Boden: ein Tellerstapel mit Wassertropfen für die Spülmaschine, ein Wellensymbol oder eine stilisierte Mikrowelle, ein Thermometer oder eine Ofenform für den Backofen. Fehlt das Symbol, steht die Angabe in der Produktbeschreibung.
Steht nirgends etwas, geh vom Vorsichtigeren aus. Ein Teller, der einmal von Hand gespült wurde, hat nichts verloren. Ein gesprungener Teller ist nicht mehr zu retten.
Fragen zur Pflege
Darf Porzellan in die Mikrowelle?
Ja, solange es kein Metalldekor hat. Gold- oder Platinränder erzeugen Funken und beschädigen Geschirr und Gerät. Bei durchgehend glasiertem Porzellan ohne Metall gibt es keine Einschränkung.
Kann man Teller in den Backofen stellen?
Nur wenn der Hersteller sie als backofengeeignet ausweist. Spülmaschinen- und mikrowellengeeignet heißt nicht automatisch backofengeeignet. Kaltes Geschirr immer mit dem Ofen aufheizen lassen, nie in den vorgeheizten Ofen stellen.
Warum wird mein Goldrand stumpf?
Aufglasurdekore aus Gold oder Platin werden in der Spülmaschine von Hitze und Reiniger angegriffen. Solches Geschirr hält deutlich länger, wenn es von Hand gespült wird.
Darf Steingut in die Spülmaschine?
Glasiertes und unbeschädigtes Steingut in der Regel ja. Sobald die Glasur an einer Kante abgeplatzt ist, nimmt der poröse Scherben dort Wasser auf — dieses Stück besser von Hand spülen.
Warum wird der Teller in der Mikrowelle heißer als das Essen?
Dann hat der Scherben Feuchtigkeit gezogen, meist über eine schadhafte Stelle. Die Feuchtigkeit erhitzt sich und kann das Material sprengen. Dieses Stück gehört nicht mehr in die Mikrowelle.
Warum springen Teller beim Abkühlen?
Durch zu schnellen Temperaturwechsel. Heißes Geschirr auf eine kalte Steinplatte oder in Kontakt mit kaltem Wasser bekommt Spannungen im Scherben. Ein Holzbrett oder Topflappen als Unterlage genügt, um das zu vermeiden.
Passendes Geschirr
Bei welchem Set was erlaubt ist, steht bei Moritz & Moritz im Details-Tab jedes Artikels. Eine Übersicht über die Serien findest du bei den Geschirr-Sets und beim Steingut Geschirr.
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